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querfront im exzess… im café exzess, welches sich selbst gerne als autonomes zentrum darstellt, fuehrt die theatergruppe “dramatische buehne” seit dem 27. februar die oper “der ring des nibelungen”von richard wagner in einer gekuerzten version und als theaterstueck auf. dies ist in der linken szene frankfurts bisher voellig unkommentiert geblieben. nicht zuletzt wohl auch deswegen, weil die “dramatische buehne”einen groszen teil der miete im exzess bezahlt. daher besteht von seiten der betreiber dieses ladens ein oekonomisches interesse daran, jedwede konfrontation mit der schauspieltruppe zu vermeiden. unwissenheit kann jedenfalls von seiten des exzess-plenums nicht geltend gemacht werden, da die theatergruppe ja jeden vorfuehrungstermin dort hat absegnen lassen (muessen) und auszerdem werden die auffuehrungen mit legal geklebten plakaten in der ganzen stadt beworben.

zunaechst ist der zeitpunkt der auffuehrung interessant. “der ring des nibelungen”basiert auf einem germanischen mythos und ist bei deutschen nationalisten als gruendungsgeschichte des “germanischen volkes”beliebt. mensch mag von einem zufall ausgehen, aber vielleicht ist das auch einfach die art der “dramatischen buehne”den 60. geburtstag des rechtsnachfolgers des 3. reiches, der bundesrepublik also, zu feiern. am 23. mai ist es naemlich so weit: 60 jahre postnazismus! zwar geht das programm auf der homepage der schauspieltruppe nur bis zum 12. april, aber das heiszt eben auch nicht, dass die auffuehrungen danach enden. da bietet es sich doch an, den “ring des nibelungen”bis zum 1. september aufzufuehren und so den ueberfall deutschlands auf polen gleich auch noch zu feiern.

weiterhin ist richard wagner als autor des originals eine betrachtung wert. wagner war antisemit. das zu leugnen ist bar jedweder rationalitaet, da wagner sich nicht nur offen antisemitisch aeuszerte, sondern sogar eine entsprechende hetzschrift mit dem titel “Das Judenthum in der Musik”verfasste. zitat: “Aber bedenkt, dass nur Eines eure Erlösung von dem auf euch lastenden Fluche sein kann: die Erlösung Ahasvers, – der U n t e r g a n g!”dieser, an alle juden gerichtete satz macht deutlich, dass es wagner um nicht weniger ging, als das judentum zu vernichten. umstritten ist, ob wagner auch die physische vernichtung aller juden oder “nur”derer anstrebte, die nicht willens sind, ihrem glauben und ihrer kultur abzuschwoeren. dies ist jedoch eher ein detail und kein grund, wagners antisemitismus als wenig gewichtig anzusehen. ein weiteres zitat von wagner ist: “Ob der Verfall unserer Cultur durch eine gewaltsame Auswerfung des zersetzenden fremden Elementes aufgehalten werden könne, vermag ich nicht zu beurtheilen, weil hierzu Kräfte gehören müssten, deren Vorhandensein mir unbekannt ist.” hier ist zusaetzlich erkennbar, dass wagner darauf hofft, dass eine “kraft”entsteht, die alle juden aus “unserer cultur”entfernt. eine aufforderung, der die nazis spaeter mit freuden nachgekommen sind.

damit sind wir auch schon bei einem weiterem thema: wagner und der nationalsozialismus. wagner scheint einer der kulturellen wegbereiter des nationalsozialismus gewesen zu sein. er faselte gerne von einer revolution, jedoch hatte er damit offenbar wenig emanzipatorisches im sinn. hitler selbst sagte, wagner sei die “größte Prophetengestalt, die das deutsche Volk besessen” habe und meinte damit offenbar vor allem wagners antisemitische vernichtungphantasien und seine traeume von der totalen einheit des deutschen volkes. hitlers lieblingsopern waren allesamt von wagner. das interesse am wagnerschen werk ging so weit, dass hitler per “fuehrerbefehl” einfluss auf die auffuehrung von wagner-opern bei den ”bayreuther festspielen”nahm. dies mag auch der geltungssucht eines ehemaligen postkartenmalers geschuldet sein, aber hitler haette eben auch auf andere opern einfluss nehmen koennen, doch den werken wagners fuehlte er sich am meisten verbunden.

aber auch losgeloest von autor und historischem kontext gibt die oper ”der ring des nibelungen” anlass zur kritik. in dem stueck geht es durchgehend um germanischen goetter- und heldenkult. siegfried, der strahlende held, ist ein germnischer herrenmensch von dem schlage, wie ihn sich auch hitler vorstellte. in dem epos sind immer diejenigen siegreich, die mit brutaler gewalt ihre interessen durchsetzen. dies wird jedoch nicht als negativ dargestellt, sondern praktisch als gesetzmaesziger, ”natuerlicher”lauf der dinge. genauso wie die nazis es als ”natuerlich”ansahen, dass verschiedene menschliche ”rassen”um ”lebensraum”und natuerliche ressourcen kaempfen und dabei eine ”rasse”die andere besiegt, also ausloescht. gegner der ”helden”in der oper sind uebrigens vor allem die nibelungen, seltsame boesartige fabelwesen, welche furchtbar haesslich sind. auszerdem sind sie gierig nach reichtum und macht. hier werden antisemitische klischees bedient. am ende der nibelungen gibt es dann noch das grosze ende mit schrecken und den beginn einer ”neuen zeit”. hier spiegeln sich todessehnsucht und vernichtungsphantasien der nazis wieder.

Gegen klerikal-faschistischen islamismus & fuer emanzipation… Fuer samstag (weltfrauentag) rufen exiliranischegruppen zu einer demonstration fuer eine saekulare gesellschaft im iran und gegen die unterdrueckung von frauen im islam auf. Aufruf der autonomen antifa [f].

Hinter den anmeldern steht die „arbeiterkommunistische partei irans“. Es handelt sich um eine sozialistische partei, deren ziele sicher nicht als der emanzipation letzter schluss gesehen werden koennen. Aber dennoch geht es hier nicht um eine gruppe, die im sinne der klassischen antiimperialistischen linken antisemitismus propagiert. Auch ist dieser gruppierung die geistige verneblung des philo-islamismus der deutschen antiimperialisten voellig fremd. Diese menschen wissen ganz genau, was im iran vor sich geht und haben daher erkannt, dass der kampf gegen den faschistischen iranischen staat das gebot der stunde ist.

Prominentestes mitglied der (in deutschland unbedeutenden) partei ist Mina Ahadi, die auch vorsitzende des „zentralrats der ex-muslime“ ist und in diesem sinne offenbar weit mehr weitsicht besitzt, als der grossteil der westlichen linken, die kritik am islam und an der fehlenden religionsfreiheit in vielen arabischen laendern gerne kulturrelativistisch als „islamophob“ bezeichnen. Von linken, die sich mit den antisemitischen mordbrennern der hamas verbruedern, ganz zu schweigen.

Im sinne dieser deutschen linken kann eine emanzipatorische demonstration gegen das iranische regime und fuer die gleichberechtigung von frauen in aller welt natuerlich nicht sein. Daher spricht sich frankfurts bekanntester antiimperialist, der pfaffe Stoodt, auch gegen die veranstaltung aus. Hier eine email von ihm zu diesem thema mit dem betreff „querfront zum weltfrauentag“:

Liebe Leute,

ich kann mich der Position von Stephan (siehe unten) nur in jeder Hinsicht
anschließen und möchte hier einige Argumente und Infos hinzufügen:

Mitglied des Politbüros der „Arbeiterkommunistische Partei des Iran“, die
ebenfalls zu der unten genannten Demonstration am Samstag aufruft
(http://www.wpiran.org/germany/aktuell/DemonstrationFrankfurt.2doc.pdf) .
ist Mina Ahadi.

Ahadi gehört zu jener „dritten Kraft“, die im Vorfeld des 20. September in
Köln weder mit der antifaschistischen Linken noch mit den Rechten des
„Anti-Islamisierungskongresses“ solidarisch sein wollte. Dafür
demonstrierte
sie mit Ralph Giordano und Udo Ulfkotte und(Ex-FAZ, Ex-JF,
Ex-Bürgerbewegung
Pax Europa, „Akte Islam“ usw.usf.)gemeinsam
().
http://www.pi-news.net/2008/09/samstag-in-koeln-noch-ne-demo/
Ralph Giordano hatte sich in den Monaten zuvor ebenfalls auf Seiten der
Kölner Moscheebaugegner positioniert und in diesem Zusammenhang
islamischen
Frauen als „Pinguine“ bezeichnet.

Ebenfalls mit von der Partie war der antideutsche Soziologie Hartmut
Krauss,
der wegen seiner rassistisch-kulturalistischen Thesen zuvor von einem
Antifa-Kongress „feel the difference“ ausgeschlossen worden war,
nachdem er
zuvor als Referent eingeladen wurde, nachdem bekannt geworden war, daß er
mit Autoren der neu-rechten „Jungen Freiheit“ gemeinsam publiziert
(http://antinazi.wordpress.com/2008/08/20/aufruf-der-autonomen-antifa-f-zur-
verhinderung-des-rassistenkongresses-in-koln-20-september/) – Querfront
allerorten.

Für den Dezember 2008 kündigte Mina Ahadi ihre Anwesenheit bei einer
Veranstaltung in Wien an, wo sie gemeinsam mit der
hardcore-antikommunistischen „Internationalen Gesellschaft für
Menschenrechte“ (IGFM) eine Menschenkette mit Kerzen zum Gedenken der in
islamischen Ländern verfolgten Christen teilnehme wollte – ein Aufruf zu
dieser Veranstaltung erschien auf dem Neu-Rechten Blog Politically
Incorrect. Die IGFM wurde seinerzeit von einem russischen
Kollaborateur der
Nazi-Wehrmacht und Offizier der Wlassow-Armee gegründet
(http://de.wikipedia.org/wiki/IGFM).
Wer ein bißchen googelt findet schnell heraus, daß Ahadi und die IGFM
anscheinend öfter zusammenarbeiten.

Mina Ahadi als führendes Mitglied der „Arbeiterkommunistischen Partei des
Iran“ ist eine wissentliche und willentliche Querfrontaktivistin, die bei
einer gemeinsamen Veranstaltung mit Wolfgang Hübner (BFF) und Hiltrud
Schröter (Frankfurt Hausener Moscheebaugegner-Initiative) auf die
Vorhaltung
einer im Iran geborenen Antifaschistin, wieso sie als Kommunistin mit
Hübner
und Schröter gemeinsam auftrete, wörtlich antwortete: „Der
Hitlerfaschismus
war gestern, der islamische Faschismus ist heute!“

Die Anti-Nazi-Koordination hat frühzeitig auf die Positionen von Mina
Ahadi
hingewiesen – Stephan berichtet in seinem Diskussionsbeitrag zutreffend.

Links dazu (unter den Links zahlreiche weitere Infos):

http://antinazi.wordpress.com/2008/10/04/hiltrud-schroeter-wolfgang-huebner-
mina-ahadi-querfront-tango-fur-pro-hessen/

http://antinazi.wordpress.com/2008/10/10/ulfkotte-giordano-ahadi-in-trauter-
kooperation/

Anscheinend ist das aber kein Argument für die antifa [f], nicht mit der
Organisation Mina Ahadis gemeinsam auf die Straße zu gehen. In ihrem
eigenen
Aufruf zur Demo am 28. Februar (http://www.autonome-antifa.com/cms/?p=80)
begründet sie sogar ausdrücklich ihre Zugehörigkeit zur „dritten Position“
und „zwischen den Stühlen“. Das sollten hier nicht weiter kommentiert
werden.

Davon hebt sich die Frankfurter Gruppe der Frauenrechts-Organisation Terre
des Femmes wohltuend ab. Wie gestern bekannt wurde, verweigert sie der
Demonstration am 28. Februar ihre Mitwirkung.

Ganz toll, liebe antiimperialisten. Allerdings arbeitet ihr mit der hamas zusammen. Von daher seid ihr schon mal ueberhaupt nicht in der position andere gruppen fuer ihre buendnispartner zu kritisieren.
Zudem ist der der „antideutsche soziologie Hartmut Krauss“ euch vorallem ein dorn im auge, weil er eure kulturrelativistischen ansichten nicht teilt und eine saekulare, freie gesellschaft tatsaechlich fuer alle menschen fordert. Wer diese arabern nicht zugesteht und die dort herrschenden faschistischen systeme als rechtmaeszigen ausdruck muslimischer kultur ansieht, die menschen aus dem westen nicht zu kritisieren haben, ist wirklich rassistisch.

Die vorwuerfe im bezug auf manche buendnispartner sind dennoch nicht alle voellig unbegruendet. hier wird teilweise offenbar eine gewisse naivitaet an den tag gelegt. Von seiten der antifa [f] wurde jedoch bereits kommuniziert, dass dieses thema bei einem treffen angesprochen worden sei und dass die iranischen gruppen aussagten, nicht gewusst zu haben, mit wem sie da zusammen arbeiten. Eine genauere pruefung von buendnispartnern wurde angekuendigt. Nazis waren (das soll die verwendung des begriffs „querfront“ wohl nahe legen) da allerdings sowieso nicht dabei.

Hier sieht mensch mal wieder gut, wie weit es mit anttimperialistischer solidaritaet mit verfolgten gruppen her ist, wenn diese nicht blosz voellig enthirnt einen „nationalen befreiungskampf“ fuehren, sondern es auch wagen an anttimperialistischen tabus (islam-kritik) zu ruehren. Ich gehe auf jeden fall zu dieser demonstration.

wear israel with style… es ist auf auf linken buendnisdemos ein beliebter kniff nationalfahnen zu verbieten. das laeuft letztlich vorallem auf das verbot von israelfahnen hinaus, da palaestina-solidarische antiimps ihren standpunkt auch mit einer arafat-windel hinreichend ausdruecken koennen.

es gibt da aber einen trick: den kaffiyah y’israelit! ein tuch, welche statt schwarzer diamanten und aehnlichem quark formschoene davidsterne praesentiert. kann nicht verboten werden, solange das gegenstueck erlaubt ist. haelt warm. tolle sache.

leider recht teuer und (nach meinem wissen) nur bei diesem versand zu bestellen.

never walk with an anti-semite… in frankfurt, wo auch die/der autorIN dieses blogs lebt, fand am 14. januar eine demonstration ’fuer sozialen fortschritt’ statt. zu dieser rief ein buendnis aus diversen ’linken’ gruppen auf. bei der letzten vorbesprechung kam es dann zu einem konflikt, weil einige buednispartner mit einem ausstieg drohten, wenn die demonstration nicht stellung zum nah-ost-konflikt beziehe. daraufhin kam es zum streit und schlieszlich wurde sich auf einen ’minimalkonsens’ geeinigt, welchen ich zitieren und kommentieren werde:

’schluss mit dem morden, toeten und mit dem leid der menschen im nahen osten! wir fordern: waffenstillstand! stopp aller kampfhandlungen von allen seiten! blockade aufheben, oeffnung der grenzen! sofortige medizinische hilfe! keine militaerischen loesungen! schluss mit allen waffenexporten deutschlands! wir wenden uns gegen antisemitismus, rassismus, sexismus, patriarchat, religioesen wahn, nationalismus, krieg und gegen alle gewaltverhaeltnisse von menschen ueber menschen. wir treten ein fuer die wahrung der menschenrechte und fuer die emanzipation aller menschen! die grenze verlaeuft nicht zwischen staaten sondern zwischen oben und unten!’

ich selbst habe die daraus resultierende demo besucht und war zugegen, als dieser text vorgelesen wurde. wir lernen hier: die faschisten von der hamas schieszen seit jahren tausende von raketen auf israel, dort herrschen angst und ein permanenter ausnahmezustand, doch gegen den krieg im nahen osten muss sich mensch erst aussprechen, wenn die israelis es wagen von ihrem recht auf selbstverteidigung gebrauch zu machen. auszerdem handelt es sich um ’mord’, wenn es nicht einfach hingenommen wird, dass menschen von antisemitischen fanatikern bombardiert werden.

’es wird ein stopp aller kampfhandlungen’ gefordert, der sich letztlich nur an israel richtet. islamisten sind die aufforderungen irgendwelcher ’unglaeubigen’ doch sowieso voellig schnuppe. auszerdem ist auch hier der zeitpuntkt des aufrufes bezeichnend. wo sind diese friedensfreunde, wenn in israel raketen einschlagen oder selbstmordattentaeter wahllos toeten? des weiteren sollen die grenzen geoeffnet werden, damit die islamisten endlich wieder ungestoert waffen aus ihren arabischen ’bruderstaaten’ einfuehren koennen. deutschland hingegen soll doch bitte keine waffen mehr exportieren. der einzige abnehmer deutscher waffen im nahen osten ist israel. es wird also gefordert israel die moeglichkeiten zu beschneiden sich zu verteidigen, obwohl die hamas und einige kleinere islamistische gruppen nicht weniger planen als die vernichtung israels und die ermordung aller jüdinnen und juden. dies ist in der charta der hamas von 1988 niedergeschrieben und kann zum beispiel bei wikipedia unter ’hamas’ nachgelesen werden. mit solchen fanatikern sind verhandlungen nicht moeglich. dagegen hilft nur selbstverteidigung.

des weiteren wird ausgefuehrt, dass ’die grenze’ zwischen ’oben’ und ’unten’ verlaufe. eine solche sichtweise ist eine rechtfertigung fuer personalisierte kapitalismuskritik. auch wenn es manche der buendnisteilnehmer ueberraschen mag: es gibt gar keine grenze! das problem ist nicht irgendein diffuses ’oben’ (welches von der idee her sehr stark an antisemitische verschwoerungstheorien erinnert, stichwort ’struktureller antisemitismus’), sondern der kapitalismus und der nationalstaat als abstrakte soziale gebilde, welche sich laengst ’verselbststaendigt’ haben. wer das nicht verstehen kann, dessen kapitalismuskritik befindet sich auf dem gleichen niveau wie die scharfsinnigen wirtschaftlichen analysen von nazis.

aber nun zur demonstration selbst: israelnationalfahnen waren verboten, arafat-windeln aber in ordnung. es war konsens, dass der nah-ost-konflikt ansonsten in keiner weise gegenstand der demonstration sein sollte. bei dem obigen redebeitrag riefen eine handvoll menschen ’lang lebe israel’ und ernteten dafuer persoenliche beleidigungen, sowie parolen wie „solidaritaet mit der hamas!“.

auf der demonstration formierte sich dann ploetzlich ein ’palaestina-block’, welcher auch ein groszes front-transparent mit sich fuehrte, welches eine palaestinensische selbstmordattentaeterin zeigt. dieses tauchte bereits auf anderen antisemitischen aufmaerschen in letzter zeit auf. dieser block war also offensichtlich von anfang an geplant. es wurden parolen gerufen, die sich einseitig gegen israel und die usa richteten. diese klare missachtung der absprachen wurde von den meisten demonstranten gleichmuetig hingenommen. es kam vereinzelt zu ’lang lebe israel!’-rufen und entsprechenden poebeleien. ein redner der autonomen antifa [f] konnte sich nur dazu durchringen zu bekunden, dass er und seine gruppe ’keinen bock’ auf den ’palaestina-block’ haetten. praktische folgen hatte das nicht.

bei der abschlusskundgebung kam es dann zum offnen eklat. zunaechst wollte ein vertreter der hochschulgruppe der linkspartei sich bei seiner rede zum nah-ost-konflikt aeuszern. dafuer wurde ihm das mikrophon weggenommen. dann drohten einige palaestina-solidarische demonstranten vor beginn einer rede der jugendantifa frankfurt die rede zu stoeren, teilweise gar den ’lauti zu stuermen’, da israelsolidarische aussagen befuerchtet wurden. es zog eine horde von mit fahnen bewaffneten jungen menschen vor dem lautsprecherwagen auf, die offenbar aus dem umfeld der gruppe ’revolution’ kommen. es kam zu verbalen gefechten und wuesten drohungen, als sich einige aktivistinnen und aktivisten aus dem bereich verschiedener antifa-gruppen schuetzend vor den lautsprecherwagen stellten. die rede behandelte das thema nah-ost-konflikt dann jedoch mit keiner silbe, weswegen es nicht zu einer pruegelei kam.

alles in allem laesst sich zusammenfassen, dass hier wissentlich mit antisemiten paktiert wurde um eine groeszere mobilisierung zu erreichen und als diese antisemiten sich dann auch so auffuehrten wie es antisemiten eben tun, naemlich hetze gen juedinnen und juden betrieben usw., passierte schlicht nichts. es gab ein paar nette worte, aber die meisten demonstranten kamen nicht einmal auf die idee diesen mob deutscher faschisten von der demo zu katapultieren. na dann gute nacht, linke szene.

mehr infos zu diesem thema zum beispiel hier.

solange es antisemitismus gibt, wird es keinen frieden geben!

support israel!

let’s fight back… am 6. mai 1980 gab es zum rekrutengeloebnis der bundeswehr in bremen zum ersten mal im deutschen postfaschismus einen krawall, an dem autonome beteiligt waren.

hans apel, damals west-postfaschistischer kriegsverteidigungsminister, hatte bremen als ort fuer diese zelebrierung von soldatentum im volkskoerper ausgesucht, weil dort auch die erste vereidigung deutscher landser nach der schreckichen verfuehrung durch einen einsamen, undeutschen einzeltaeter stattgefunden hattte. in den augen des postfaschistischen buegertums bis tief in die sogenannte ‘linke’ ein zeichen fortschrtittlichen denkens, da hier ein klarer bruch mit dem faschismus stattzufinden schien. dies war jedoch eine laecherliche selbsttaeschung, von der art wie sie der teutonischen sehnsucht nach groszen symbolen entgegen kommt. der deutsche michel ist noch immer ein herrenmensch. unter der ‘linken’ waren nicht wenige, die diesen widerspruch damals erkannten, doch die autonomen waren die einzigen, die es wagten sich so weit vom symbol zur veraenderden praxis zu bewegen, wie zu diesem zeitpunkt ratsam war. und noch heute scheint dieses handeln fast ausschlieszlich auf die autonomen beschraenkt zu sein.

seitdem haben die autonomen viele politische wie existenzelle hoehen und tiefen erlebt, aber eines sind sie tatsaechlich immer gewesen: wenn auch nur marginal, ein teil der nationalsozialistisch-postfaschistischen oeffentlichkeit. eine oeffentlichkeit in der es ganz ploetzlich passieren kann, dass einem bekennenden faschisten fuer eben dieses faschistisch-sein, koerperliche gewalt zuteil wird, dass staatlicher wie buergerlicher geschichstrevisions nicht nur umjubelt , sondern eben auch mit fast allen Mitteln bekaempft werden, war eine ganz andere oeffentlichkeit.

von ‘revolution’ konnte mensch immerhin reden – die autonomen erkaempften immer wieder freiraeume in allen ballungsgebieten im postfaschismus wo emanzipatorische gruppen und projekte unterschlupf finden und so ueberhaupt erst zur wirkung kommen koennen. der postfaschistische volkskoerper bekam eine art infenkt, ploetzlich gibt es arier, die das gegenteil jeder preuszischen tugenden verkoerpern, einfach viel zu artfremd, viel zu emanzipatorisch sind.

die unterbewuszte faszination des volkskoerpers, eine folge einer postfaschistischen todessehnsucht, fuer die krawalle der autonomen, legt auch einige schwachpunkte jener bewegung offen, welche ein emotionales, weniger ein bewusstes anknuepfen fuer das postfaschistische buergerteum viel zu leicht gemacht hat und in groszen teilen immernoch macht. es sind und waren fast nur weisze, nicht irgendwie beeintrachtigte maenner aus der mittel- und unterschicht, die steine werfen, in plena einen konsens finden und sich alles in ihren mitteln stehende an emanpitation zu erkaempfen, was im jeweiligen moment moeglich ist, auch auf kosten derer, die herrschaft abgeben mussten. Es schebt immer das schwert des mackerhaften hooliganismus ueber einer eher praktisch arbitenden gruppe, weil zu wenig frauen und zu viele emotinale situationen das geschehen bestimmen. waehrend die eher theoretisch arbeitende gruppe stets gefahr laeuft, die realitaet ueber den buechern zu vergessen.

dieser widerspruch ist bisher nicht endgueltig und dauerhaft aufgeloest worden und wird vielleicht auch erst nach einer revolution aufgeloest werden koennen. doch immerhin wird dieser widerspruch erkannt und thematisiert, nicht verleugnet. so kann zwar das richtige nicht gedacht werden, aber doch immerhin erkannt und bekaempft werden, was nicht sein soll. das ist das maximale, was unser, das falsche staendig reproduzierende, selbst ueberhaupt erreichen kann, solange das falsche noch ist.

dabei ist tatsaechlich ein trend zu erkennen, welcher dem gesamtgesellschaftlichn hin und wieder in teilen zuwiderlaufen kann. das aktuellste beispiel: waehrend rechter wie linker antiimperialismus mit dem islam zur totalen antisemitischen querfront aufmarschiert sind und dies ‘friedendemonstrationen gegen den israelisch/amerikanischen imperialismus’ nennen, erkennt ein teil der autonomen diesen gewaltigen fehler und kommt zu der erkenntnis, dasz israel ohne emanzipatorische alternative ist, solange der antisemitismus exsitiert. auch wenn diese wichtige einsicht auf massiven widerstand der gestrigen trifft, so ist ihre wichtigkeit fuer eine weitere zur revolution fuehrenden emanzipation, doch von kaum zu ueberschaetzender wichtigkeit.

danke an alle die aktiv sind.

let’s fight back till revolution!