Archiv der Kategorie 'faschismus'

halbgare sachen… auf der antifa frankfurt seite steht, dass die autonome antifa [f] und die arbeiterkommunistische Partei des iran dazu aufrufen am 26. Juni vor dem iranischen konsulat in frankfurt gegen die regierung des mullah-staates zu demonstrieren. klingt erstmal ziemlich gut.

seltsam wird es aber im beschreibenden text. Dort steht “Die antifa[f] will sich dort vor allem mit Denjenigen im Iran solidarisieren, die „mit fortschrittlichem Anspruch gegen den islamistisch-totalitären Komplex“ kämpfen.” Der darauf folgende link, welcher suggeriert zu einem aufruf der autonomen antifa [f] zu fuehren, ist nicht erreichbar.

zwei moegliche schluesse lassen sich daraus ziehen: entweder der satz kommt wirklich von der [f], dann muss mensch sich doch ernsthaft fragen, was mit dieser gruppe falscht laeuft, wenn sie den terminus des totalitairismus in den mund nimmt. das impliziert eine relativierung des nationalsozialismus im besonderen und von faschismus im allgemeinen, bzw. eine daemonisierung des real existierenden sozialismus. ganz besonders wenn so etwas aus deutschland kommt, riecht es immer ganz stark nach politisch motiviertem geschichtsrevisionismus. zudem liesze sich das auch als halb-subtiler versuch verstehen, sich von denenen abzugrenzen, die den iran als “faschistisch” bezeichnen. denn so muesste die bezeichnung eigentlich lauten: “islamistisch-faschistisch”. ein weiterer versuch aus dem “ums ganze…”-buendniss an dem konstrukt eines abstrakten antinationalismus zu schustern, der explizit nicht antideutsch und israelsolidarisch ist und auch gar nicht sein will?

die andere moeglichkeit ist, dass die [f] so einen unfung nie vebreitet hat und es trotzdem auf der antifa frankfurt-seite steht. das ist durchaus moeglich, denn die homepage ist unabhaengig. die macherInnen sind nur wenigen eingeweihten personen bekannt. allerdings ist eine solche version schon sehr fragwuerdig, da bereits absehbar waere, dass die [f] das richtig stellt und die autoren damit als luegner bloszstellt.

frankfurter kartoffeln wollen dresden spielen… am kommenden sonntag, dem 22. maerz, will die frankfurter kleinpartei “freie waehler bff” um 18 Uhr vor dem technischen rathaus der zerstoerung der frankfurter altstadt durch die alliierten gedenken. dabei handelt es sich nicht um eine offen neonazistische gruppe, sondern allem anschein nach vielmehr um eine bürgerliche, deutschnationale partei.

inhaltlich muss (hoffentlich) nichts mehr zu einem solchen versuch gesagt oder geschrieben werden, die deutsche geschichte einer rechtsgerichteten revision zu unterziehen um einen neuen nationalismus zu etablieren. bleibt nurnoch alle menschen, welche nicht geschichtsvergessen sind, aufzufordern die demonstration “kritisch zu begleiten”.

Gegen klerikal-faschistischen islamismus & fuer emanzipation… Fuer samstag (weltfrauentag) rufen exiliranischegruppen zu einer demonstration fuer eine saekulare gesellschaft im iran und gegen die unterdrueckung von frauen im islam auf. Aufruf der autonomen antifa [f].

Hinter den anmeldern steht die „arbeiterkommunistische partei irans“. Es handelt sich um eine sozialistische partei, deren ziele sicher nicht als der emanzipation letzter schluss gesehen werden koennen. Aber dennoch geht es hier nicht um eine gruppe, die im sinne der klassischen antiimperialistischen linken antisemitismus propagiert. Auch ist dieser gruppierung die geistige verneblung des philo-islamismus der deutschen antiimperialisten voellig fremd. Diese menschen wissen ganz genau, was im iran vor sich geht und haben daher erkannt, dass der kampf gegen den faschistischen iranischen staat das gebot der stunde ist.

Prominentestes mitglied der (in deutschland unbedeutenden) partei ist Mina Ahadi, die auch vorsitzende des „zentralrats der ex-muslime“ ist und in diesem sinne offenbar weit mehr weitsicht besitzt, als der grossteil der westlichen linken, die kritik am islam und an der fehlenden religionsfreiheit in vielen arabischen laendern gerne kulturrelativistisch als „islamophob“ bezeichnen. Von linken, die sich mit den antisemitischen mordbrennern der hamas verbruedern, ganz zu schweigen.

Im sinne dieser deutschen linken kann eine emanzipatorische demonstration gegen das iranische regime und fuer die gleichberechtigung von frauen in aller welt natuerlich nicht sein. Daher spricht sich frankfurts bekanntester antiimperialist, der pfaffe Stoodt, auch gegen die veranstaltung aus. Hier eine email von ihm zu diesem thema mit dem betreff „querfront zum weltfrauentag“:

Liebe Leute,

ich kann mich der Position von Stephan (siehe unten) nur in jeder Hinsicht
anschließen und möchte hier einige Argumente und Infos hinzufügen:

Mitglied des Politbüros der „Arbeiterkommunistische Partei des Iran“, die
ebenfalls zu der unten genannten Demonstration am Samstag aufruft
(http://www.wpiran.org/germany/aktuell/DemonstrationFrankfurt.2doc.pdf) .
ist Mina Ahadi.

Ahadi gehört zu jener „dritten Kraft“, die im Vorfeld des 20. September in
Köln weder mit der antifaschistischen Linken noch mit den Rechten des
„Anti-Islamisierungskongresses“ solidarisch sein wollte. Dafür
demonstrierte
sie mit Ralph Giordano und Udo Ulfkotte und(Ex-FAZ, Ex-JF,
Ex-Bürgerbewegung
Pax Europa, „Akte Islam“ usw.usf.)gemeinsam
().
http://www.pi-news.net/2008/09/samstag-in-koeln-noch-ne-demo/
Ralph Giordano hatte sich in den Monaten zuvor ebenfalls auf Seiten der
Kölner Moscheebaugegner positioniert und in diesem Zusammenhang
islamischen
Frauen als „Pinguine“ bezeichnet.

Ebenfalls mit von der Partie war der antideutsche Soziologie Hartmut
Krauss,
der wegen seiner rassistisch-kulturalistischen Thesen zuvor von einem
Antifa-Kongress „feel the difference“ ausgeschlossen worden war,
nachdem er
zuvor als Referent eingeladen wurde, nachdem bekannt geworden war, daß er
mit Autoren der neu-rechten „Jungen Freiheit“ gemeinsam publiziert
(http://antinazi.wordpress.com/2008/08/20/aufruf-der-autonomen-antifa-f-zur-
verhinderung-des-rassistenkongresses-in-koln-20-september/) – Querfront
allerorten.

Für den Dezember 2008 kündigte Mina Ahadi ihre Anwesenheit bei einer
Veranstaltung in Wien an, wo sie gemeinsam mit der
hardcore-antikommunistischen „Internationalen Gesellschaft für
Menschenrechte“ (IGFM) eine Menschenkette mit Kerzen zum Gedenken der in
islamischen Ländern verfolgten Christen teilnehme wollte – ein Aufruf zu
dieser Veranstaltung erschien auf dem Neu-Rechten Blog Politically
Incorrect. Die IGFM wurde seinerzeit von einem russischen
Kollaborateur der
Nazi-Wehrmacht und Offizier der Wlassow-Armee gegründet
(http://de.wikipedia.org/wiki/IGFM).
Wer ein bißchen googelt findet schnell heraus, daß Ahadi und die IGFM
anscheinend öfter zusammenarbeiten.

Mina Ahadi als führendes Mitglied der „Arbeiterkommunistischen Partei des
Iran“ ist eine wissentliche und willentliche Querfrontaktivistin, die bei
einer gemeinsamen Veranstaltung mit Wolfgang Hübner (BFF) und Hiltrud
Schröter (Frankfurt Hausener Moscheebaugegner-Initiative) auf die
Vorhaltung
einer im Iran geborenen Antifaschistin, wieso sie als Kommunistin mit
Hübner
und Schröter gemeinsam auftrete, wörtlich antwortete: „Der
Hitlerfaschismus
war gestern, der islamische Faschismus ist heute!“

Die Anti-Nazi-Koordination hat frühzeitig auf die Positionen von Mina
Ahadi
hingewiesen – Stephan berichtet in seinem Diskussionsbeitrag zutreffend.

Links dazu (unter den Links zahlreiche weitere Infos):

http://antinazi.wordpress.com/2008/10/04/hiltrud-schroeter-wolfgang-huebner-
mina-ahadi-querfront-tango-fur-pro-hessen/

http://antinazi.wordpress.com/2008/10/10/ulfkotte-giordano-ahadi-in-trauter-
kooperation/

Anscheinend ist das aber kein Argument für die antifa [f], nicht mit der
Organisation Mina Ahadis gemeinsam auf die Straße zu gehen. In ihrem
eigenen
Aufruf zur Demo am 28. Februar (http://www.autonome-antifa.com/cms/?p=80)
begründet sie sogar ausdrücklich ihre Zugehörigkeit zur „dritten Position“
und „zwischen den Stühlen“. Das sollten hier nicht weiter kommentiert
werden.

Davon hebt sich die Frankfurter Gruppe der Frauenrechts-Organisation Terre
des Femmes wohltuend ab. Wie gestern bekannt wurde, verweigert sie der
Demonstration am 28. Februar ihre Mitwirkung.

Ganz toll, liebe antiimperialisten. Allerdings arbeitet ihr mit der hamas zusammen. Von daher seid ihr schon mal ueberhaupt nicht in der position andere gruppen fuer ihre buendnispartner zu kritisieren.
Zudem ist der der „antideutsche soziologie Hartmut Krauss“ euch vorallem ein dorn im auge, weil er eure kulturrelativistischen ansichten nicht teilt und eine saekulare, freie gesellschaft tatsaechlich fuer alle menschen fordert. Wer diese arabern nicht zugesteht und die dort herrschenden faschistischen systeme als rechtmaeszigen ausdruck muslimischer kultur ansieht, die menschen aus dem westen nicht zu kritisieren haben, ist wirklich rassistisch.

Die vorwuerfe im bezug auf manche buendnispartner sind dennoch nicht alle voellig unbegruendet. hier wird teilweise offenbar eine gewisse naivitaet an den tag gelegt. Von seiten der antifa [f] wurde jedoch bereits kommuniziert, dass dieses thema bei einem treffen angesprochen worden sei und dass die iranischen gruppen aussagten, nicht gewusst zu haben, mit wem sie da zusammen arbeiten. Eine genauere pruefung von buendnispartnern wurde angekuendigt. Nazis waren (das soll die verwendung des begriffs „querfront“ wohl nahe legen) da allerdings sowieso nicht dabei.

Hier sieht mensch mal wieder gut, wie weit es mit anttimperialistischer solidaritaet mit verfolgten gruppen her ist, wenn diese nicht blosz voellig enthirnt einen „nationalen befreiungskampf“ fuehren, sondern es auch wagen an anttimperialistischen tabus (islam-kritik) zu ruehren. Ich gehe auf jeden fall zu dieser demonstration.

Wenn kartoffeln streiken… Heute wurde die verkehrsgesellschaft frankfurt am main bestreikt. Das nervt natuerlich erstmal tierisch, wenn mensch (wie ich) kein auto besitzt und daher um irgendwo hin zu kommen laufen oder ein fahrrad benutzen musz. Streiks fuer einen hoeheren lohn sind zwar in keiner weise emanzipatorisch oder auch blosz antikapitalistisch, aber dennoch habe ich durchaus verstaendnis dafuer. Waere ich u-bahn-fahrer, haette ich mich auch beteiligt. allein schon, weil mensch dann einen zusaetzlichen freien tag bekommt.

Aber dennoch steht dieser warnstreik mit seiner auszchlieszlich symbolischen wirkung – wie so viele streiks zuvor – exemplarisch fuer die postnazistische art zu streiken in deutschland. der sinn eines streiks ist es (sofern es kein politischer ist), dasz der arbeitgeber sich durch den streik gezwungen sieht, den forderungen der lohnabhaengigen nachzugeben. Eigentlich funktioniert das so, dasz die streikenden so hohe finanzielle belastungen bei ihrem arbeitgeber verursachen, dasz dieser irgendwann vor der wahl steht, pleite zu gehen oder nachzugeben. Ein warnstreik ist dabei ausdruck der hoffnung, dasz der arbeitgeber schon nachgibt, wenn die lohnabhaengigen beweisen, dasz sie einen tag lang streiken koennen. Mehr kann auch in diesem fall gar nicht erreicht werden, denn die finanziellen einbuszen der vgf duerften minimal sein. Besitzer von dauerkarten haben fuer den tag ja trotzdem bezahlt. Auch ist fraglich, ob sie nicht ganz automatisch auch anteile aus einzelfahrscheinen erhaelt, die an diesem tag geloest wurden, um die s-bahn und regionalzuege der db zu benutzen.

Die streiks im postnazistischen deutschlands funktionieren typischerweise fast immer in dieser symbolischen weise. Warnstreiks gibt es dauernd, „richtige“ streiks sind selten und werden fast nur von berufsgruppen durchgefuehrt, die relativ ueberschaubar sind, ohne die aber nichts geht. nicht nur auf bahnfahrer, sondern noch in deutlich staerkerem masze trifft dies auf piloten zu.
Streiken bestimme gruppen von lohnabhaengigen laengere zeit, weil der arbeitgeber hart bleibt, schwenkt die oeffentliche meinung sehr bald dazu ueber die streikenden als volksverraeter zu sehen. So geschehen etwa bei den streiks der lockfuehrer der deutschen bahn vor etwa einem jahr. Zunaechst war das mediale echo relativ verstaendnisvoll, aber schon sehr bald wurde die berichterstattung immer ablehnender, weil die streikenden einfach weitermachten und nicht nachgeben wollten.

Der unterschied zu anderen europaeischen laendern (zum beispiel frankreich) ist offensichtlich. Die frage ist nun dabei, woran das liegt. hier erscheint die idee der nationalsozialistischen “volksgemeinschaft“ als erklaerungsmuster aeuszerst plausibel. Sie war die antwort der nationalsozialisten auf den gegensatz von arbeiterklasze und kapitalisten. Beide gruppen wurden zur „volksgemeinschaft“ verschmolzen, indem die nazis aeuszere feinde schufen bzw. herbeiimaginierten und als projektionsflaeche nutzten. Die widersprueche im kapitalismus wurden zwar in keiner weise auszer kraft gesetzt, aber es wurde ein klima geschaffen, indem die kategorie “deutscher“ als unteilbar gesehen und feinde nur auszerhalb dieser kategorie ausgemacht wurden. Verantwortlich fuer die probleme deutscher arbeiter waren nach dieser logik typischerweise die “goldene internationale“ (liberaler kapitalismus) und die “rote internationale“ (bolschewismus/sozialismus), als verschwoerungen des “weltjudentums“ gegen die “arier“. Streiks gegen deutsche arbeitgeber machen in einem solchen gefuege natuerlich keinen sinn. Solche gegen juedische unternehmer sind sehr bald auch nicht mehr moeglich gewesen, da alle enteignet (und viele auch ermordet) worden waren. Somit gab es gar keine arbeitskaempfe mehr, denn nun war die deutsche wirtschaft ja wieder “arisiert“ und jede, der ihr lohn zu niedrig war, war blosz eine juedische agentin, die zersetzende propaganda ins deutsche volk tragen wollte.

Im postnazistischen deutschland nach 1945 besteht die volksgemeinschaft in den koepfen der menschen weiterhin fort und wurde von einer genration an die naechste weitergegeben. Es gab natuerlich modifikationen, um den gedanken den veraenderten umstaenden anzupaszen. Den meisten vertretern des gedankens der volksgemeinschaft ist auch gar nicht bewuszt, welche motivation ihrem handeln da eigentlich wirklich zugrunde liegt. Nichts desto trotz handelt es sich noch immer zum ein zentrales element deutscher zustaende und befindlichkeiten, der von einem groszteil der bevoelkerung reproduziert wird. In diesem kontext scheint auch das zoegerliche verhalten von lohnabhaengigen in deutschland logisch, den arbeitgeber – wenn ueberhaupt – fast immer nur symbolisch zu bestreiken. Die streikenden wollen keinen bruch innerhalb der volksgemeinschaft herbeifuehren, sondern hoffen letztlich darauf sich weiterhin mit ihren arbeitgebern unter dem banner des deutschtums tummeln zu koennen. Und selbst wenn die jeweiligen lohnabhaengigen diese deutsche verfasztheit mal nicht reproduzieren wuerden, haetten sie noch immer aus genau diesen gruenden die oeffentliche meinung gegen sich, was einen erfolgreichen streik zumindest enorm erschwert.

don’t fuck with german nationalism… oliver pocher ist ein grottiger bloedel-komiker und eine typische deutsche kartoffel. am liebsten macht er chauvinistische witze, ueber die nur andere kartoffeln lachen koennen.

aber: wenn pocher witze ueber frauen oder migranten macht, interessiert das niemanden. manche lachen sogar drueber. wagt er es aber sich ueber den faschisten stauffenberg lustig zu machen, welcher hitler toeten wollte, um das deutsche reich zu retten und nicht, weil er den nationalsozialismus so schrecklich fand, so wird pocher gleich auf das schaerfste attackiert. zitat von therese wieland, mitglied im swr-rundfunkrat: ’und es ist nicht hinnehmbar, dass man den helden des deutschen widerstandes so ins laecherliche zieht.’ pressefreiheit? selten so gelacht. freie meinungsaeuszerung? nur solange wie nichts geaeuszert wird, was den volkskoerper mit artfremden gedankengut schaedigen koennte.

hier wird also klar, was die diskussion um den unsaegliche schmachtfetzen ’operation walkuere’ leider schon seit laengerem vermuten laesst: stauffenberg und seine mitverschwoerer werden voellig unkritisch als ’nationale helden’ abgefeiert. hier kann der deutsche michel der ganzen welt zeigen, dass nicht alle deutschen nazis waren und so die geschichte wieder ein stueck vergessen. widerlich.

infos zu stauffenberg und den anderen verschwoerern vom 20. juli 1944 gibt es hier .