send the mullahs to hell… die behandlung der proteste im iran in deutschland ist relativ eindeutig. es werden vergleiche zur wiedervereinigung der bundesrepublik mit der ddr gezogen, der bundestag spricht seine solidaritaet mit den demonstranten aus und die medien berichten letztlich aehnlich parteiisch. ahmadinedjad wird ploetzlich als diktator begriffen, waehrend eine solche wortwahl vorher kaum denkbar gewesen waere.

ganz und gar nicht so klar ist jedoch, was die mehrheit der protestierenden eigentlich will. zwar wurden die proteste durch die “wiederwahl“ des praesidenten ausgeloest und viele demonstranten sind unterstuetzer von moussavi, einem der drei unterlegenen kandidaten. aber auch der ist ein islamist und moechte israel vernichten. mit ihm ist also kein echter wandel zu machen.

demnach kann eine solidarisierung mit den protesten im iran also auch nur sinnvoll sein, wenn diese proteste sich nicht darauf beschraenken den diktator ahmadinedjad durch den diktator moussavi zu ersetzen. dies sollte bei jeder zusammenarbeit mit exil-iranerinnen immer wieder klargestellt werden.

auch in frankfurt demonstrierten diese am dienstag. dabei bot sich jedoch ein eher abschreckendes bild. die demonstranten versammelten sich am roemer, bildeten einen kreis und riefen sich dann gegenseitig parolen zu, die von auszen kaum zu verstehen waren. viele parolen wurden auszerdem auf persisch (zumindest in das meine vermutung, es war jedenfalls weder englisch noch deutsch) gerufen. ein paar demonstranten trugen antisemitische putzlappen. auf plakaten wurden ahmadinedjad allen ernstes als “putschist” bezeichnet. fragt sich nur gegen wen er angeblich geputscht haben soll. offenbar ist auch einigen der demonstranten auf dem roemerberg nicht klar gewesen, dass der praesident im iran vor allem repraesentative zwecke hat. die macht geht – wenn es hart auf hart kommt – vom islamischen “waechterrat” aus, der keinen kontrollen unterliegt und ausschlieszlich aus islamisten besteht. auch eher unangenehm war die unreflektierte uebernahme vorbelasteter parolen. so riefen die demonstranten zu “internationaler solidaritaet” auf und bewiesen damit eindrucksvoll fehlendes politisches bewusztsein.

ich solidarisiere mich ausdruecklich mit allen menschen im iran, die fuer ein ende der islamistischen diktatur und fuer einen freieren iran kaempfen, aber wenn solidaritaetsdemonstrationen so aussehen, bleibe ich zuhause.