Gegen klerikal-faschistischen islamismus & fuer emanzipation… Fuer samstag (weltfrauentag) rufen exiliranischegruppen zu einer demonstration fuer eine saekulare gesellschaft im iran und gegen die unterdrueckung von frauen im islam auf. Aufruf der autonomen antifa [f].

Hinter den anmeldern steht die „arbeiterkommunistische partei irans“. Es handelt sich um eine sozialistische partei, deren ziele sicher nicht als der emanzipation letzter schluss gesehen werden koennen. Aber dennoch geht es hier nicht um eine gruppe, die im sinne der klassischen antiimperialistischen linken antisemitismus propagiert. Auch ist dieser gruppierung die geistige verneblung des philo-islamismus der deutschen antiimperialisten voellig fremd. Diese menschen wissen ganz genau, was im iran vor sich geht und haben daher erkannt, dass der kampf gegen den faschistischen iranischen staat das gebot der stunde ist.

Prominentestes mitglied der (in deutschland unbedeutenden) partei ist Mina Ahadi, die auch vorsitzende des „zentralrats der ex-muslime“ ist und in diesem sinne offenbar weit mehr weitsicht besitzt, als der grossteil der westlichen linken, die kritik am islam und an der fehlenden religionsfreiheit in vielen arabischen laendern gerne kulturrelativistisch als „islamophob“ bezeichnen. Von linken, die sich mit den antisemitischen mordbrennern der hamas verbruedern, ganz zu schweigen.

Im sinne dieser deutschen linken kann eine emanzipatorische demonstration gegen das iranische regime und fuer die gleichberechtigung von frauen in aller welt natuerlich nicht sein. Daher spricht sich frankfurts bekanntester antiimperialist, der pfaffe Stoodt, auch gegen die veranstaltung aus. Hier eine email von ihm zu diesem thema mit dem betreff „querfront zum weltfrauentag“:

Liebe Leute,

ich kann mich der Position von Stephan (siehe unten) nur in jeder Hinsicht
anschließen und möchte hier einige Argumente und Infos hinzufügen:

Mitglied des Politbüros der „Arbeiterkommunistische Partei des Iran“, die
ebenfalls zu der unten genannten Demonstration am Samstag aufruft
(http://www.wpiran.org/germany/aktuell/DemonstrationFrankfurt.2doc.pdf) .
ist Mina Ahadi.

Ahadi gehört zu jener „dritten Kraft“, die im Vorfeld des 20. September in
Köln weder mit der antifaschistischen Linken noch mit den Rechten des
„Anti-Islamisierungskongresses“ solidarisch sein wollte. Dafür
demonstrierte
sie mit Ralph Giordano und Udo Ulfkotte und(Ex-FAZ, Ex-JF,
Ex-Bürgerbewegung
Pax Europa, „Akte Islam“ usw.usf.)gemeinsam
().
http://www.pi-news.net/2008/09/samstag-in-koeln-noch-ne-demo/
Ralph Giordano hatte sich in den Monaten zuvor ebenfalls auf Seiten der
Kölner Moscheebaugegner positioniert und in diesem Zusammenhang
islamischen
Frauen als „Pinguine“ bezeichnet.

Ebenfalls mit von der Partie war der antideutsche Soziologie Hartmut
Krauss,
der wegen seiner rassistisch-kulturalistischen Thesen zuvor von einem
Antifa-Kongress „feel the difference“ ausgeschlossen worden war,
nachdem er
zuvor als Referent eingeladen wurde, nachdem bekannt geworden war, daß er
mit Autoren der neu-rechten „Jungen Freiheit“ gemeinsam publiziert
(http://antinazi.wordpress.com/2008/08/20/aufruf-der-autonomen-antifa-f-zur-
verhinderung-des-rassistenkongresses-in-koln-20-september/) – Querfront
allerorten.

Für den Dezember 2008 kündigte Mina Ahadi ihre Anwesenheit bei einer
Veranstaltung in Wien an, wo sie gemeinsam mit der
hardcore-antikommunistischen „Internationalen Gesellschaft für
Menschenrechte“ (IGFM) eine Menschenkette mit Kerzen zum Gedenken der in
islamischen Ländern verfolgten Christen teilnehme wollte – ein Aufruf zu
dieser Veranstaltung erschien auf dem Neu-Rechten Blog Politically
Incorrect. Die IGFM wurde seinerzeit von einem russischen
Kollaborateur der
Nazi-Wehrmacht und Offizier der Wlassow-Armee gegründet
(http://de.wikipedia.org/wiki/IGFM).
Wer ein bißchen googelt findet schnell heraus, daß Ahadi und die IGFM
anscheinend öfter zusammenarbeiten.

Mina Ahadi als führendes Mitglied der „Arbeiterkommunistischen Partei des
Iran“ ist eine wissentliche und willentliche Querfrontaktivistin, die bei
einer gemeinsamen Veranstaltung mit Wolfgang Hübner (BFF) und Hiltrud
Schröter (Frankfurt Hausener Moscheebaugegner-Initiative) auf die
Vorhaltung
einer im Iran geborenen Antifaschistin, wieso sie als Kommunistin mit
Hübner
und Schröter gemeinsam auftrete, wörtlich antwortete: „Der
Hitlerfaschismus
war gestern, der islamische Faschismus ist heute!“

Die Anti-Nazi-Koordination hat frühzeitig auf die Positionen von Mina
Ahadi
hingewiesen – Stephan berichtet in seinem Diskussionsbeitrag zutreffend.

Links dazu (unter den Links zahlreiche weitere Infos):

http://antinazi.wordpress.com/2008/10/04/hiltrud-schroeter-wolfgang-huebner-
mina-ahadi-querfront-tango-fur-pro-hessen/

http://antinazi.wordpress.com/2008/10/10/ulfkotte-giordano-ahadi-in-trauter-
kooperation/

Anscheinend ist das aber kein Argument für die antifa [f], nicht mit der
Organisation Mina Ahadis gemeinsam auf die Straße zu gehen. In ihrem
eigenen
Aufruf zur Demo am 28. Februar (http://www.autonome-antifa.com/cms/?p=80)
begründet sie sogar ausdrücklich ihre Zugehörigkeit zur „dritten Position“
und „zwischen den Stühlen“. Das sollten hier nicht weiter kommentiert
werden.

Davon hebt sich die Frankfurter Gruppe der Frauenrechts-Organisation Terre
des Femmes wohltuend ab. Wie gestern bekannt wurde, verweigert sie der
Demonstration am 28. Februar ihre Mitwirkung.

Ganz toll, liebe antiimperialisten. Allerdings arbeitet ihr mit der hamas zusammen. Von daher seid ihr schon mal ueberhaupt nicht in der position andere gruppen fuer ihre buendnispartner zu kritisieren.
Zudem ist der der „antideutsche soziologie Hartmut Krauss“ euch vorallem ein dorn im auge, weil er eure kulturrelativistischen ansichten nicht teilt und eine saekulare, freie gesellschaft tatsaechlich fuer alle menschen fordert. Wer diese arabern nicht zugesteht und die dort herrschenden faschistischen systeme als rechtmaeszigen ausdruck muslimischer kultur ansieht, die menschen aus dem westen nicht zu kritisieren haben, ist wirklich rassistisch.

Die vorwuerfe im bezug auf manche buendnispartner sind dennoch nicht alle voellig unbegruendet. hier wird teilweise offenbar eine gewisse naivitaet an den tag gelegt. Von seiten der antifa [f] wurde jedoch bereits kommuniziert, dass dieses thema bei einem treffen angesprochen worden sei und dass die iranischen gruppen aussagten, nicht gewusst zu haben, mit wem sie da zusammen arbeiten. Eine genauere pruefung von buendnispartnern wurde angekuendigt. Nazis waren (das soll die verwendung des begriffs „querfront“ wohl nahe legen) da allerdings sowieso nicht dabei.

Hier sieht mensch mal wieder gut, wie weit es mit anttimperialistischer solidaritaet mit verfolgten gruppen her ist, wenn diese nicht blosz voellig enthirnt einen „nationalen befreiungskampf“ fuehren, sondern es auch wagen an anttimperialistischen tabus (islam-kritik) zu ruehren. Ich gehe auf jeden fall zu dieser demonstration.


4 Antworten auf “”


  1. 1 Thiel Schweiger 21. März 2009 um 23:29 Uhr

    Die API ist keine schlechte Organisation, das Parteiprogramm enthält mE einige gute Ansätze und eben auch die klare Abkehr vom Islam.

    Zu kritisieren wäre ihre „neutrale“ Haltung zum Nahostkonflikt. Aber sicher nicht das, was von diesen Antiimps kritisiert wurde – das ist im Gegenteil genau richtig an dieser Organisation.

    Näheres zu meiner Haltung dazu finde man auf meinem Blog:

    http://lavache.blogsport.de/2009/03/10/das-dritte-lager/

    und in diesem Artikel von Schorsch:

    http://schorsch.blogsport.de/2009/03/08/weltfrauentag/

  2. 2 rr 22. März 2009 um 15:42 Uhr

    etwas illusorisch scheinen mir deren forderungen auch. wenn da gefordert wird, dass weder wirtschaftssanktionen gegen den iran verhaengt werden, noch militaerische mittel eingesetzt werden, dann frage ich mich doch, wie der iran von seinem weg zu atomwaffen und der ausloeschung israels abgebracht werden soll. mit netten gespraechen?

  3. 3 Thiel Schweiger 22. März 2009 um 21:30 Uhr

    Klar, ich denke, sie widersprechen sich da in der Tat selbst.

  1. 1 Blogschau: Was schreibt die deutschsprachige Bloggerszene zum Weltfrauentag? « homo sociologicus Pingback am 11. März 2009 um 2:01 Uhr
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